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Bachpaten stellen sich vor: Ökologiestation Sangerhausen
Die Ökostation Sangerhausen übernahm im Januar 2002 die Bachpatenschaft für die
Grabennische im Flutgraben 23 am Ortseingang Edersleben.
Die Grabennische war nach langem bürokratischem Kampf im November 1999 auf Initiative der
Ökostation neu ausgehoben worden, um für die im Grabensystem entdeckte Helm-Azurjungfer
(Coenagrion mercuriale) - eine vom Aussterben bedrohte Libellenart (Rote-Liste-Art 1) - einen
Ausweichbiotop zu schaffen. Der durch regelmäßige durchgeführte Krautungen und
Grundräumungen bewirtschaftete Graben birgt die Gefahr des stetigen Rückganges
dieser Libellenbestände. Finanzen zur Durchführung des Projektes erhielten wir von
der Sielmann-Stiftung, der Kreisverwaltung und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz Sachsen-Anhalts.
In den Jahren nach der Fertigstellung übernahm die Ökologiestation die Kartierung der
Pionierbesiedlung und dokumentierte die weitere Entwicklung der Grabennische.
Ergebnisse der bisherigen Gewässer-Beobachtungen Die im Dezember 1999 fertiggestellte Grabennische am Graben 23 bot die wohl seltene Chance zu beobachten, wie eine schrittweise Besiedlung eines neugeschaffenen Lebensraumes durch Flora und Fauna erfolgt. Gerade die Explosion des Lebens zum Ende des Jahres 2000 hin belegt, dass sie gut angenommen wurde. Im Jahr 2001 wurden weiterhin regelmäßig Beobachtungen an der Nische durchgeführt und dokumentiert. Die regelmäßigen Kontrollen an der Grabennische ergaben folgende Ergebnisse. Die emerse Vegetation war bis zum Herbst so weit fortgeschritten, dass im Ostteil der Nische eigentlich schon Pflegearbeiten ausgeführt werden müssten. Hier hat sich der Ästige Igelkolben stark ausgebreitet. Er ist vom Graben 23 aus eingewandert. Die Vegetationsinseln von Berle, Wasserminze und Sumpf-Vergißmeinnicht haben sich weiter ausgedehnt und bieten vielen Tierarten Schutz. Als neue Arten traten 2001 erstmals der Bittersüße Nachtschatten und die Wasserschwertlilie im Uferbereich auf. Faunistisch entwickelte sich die Grabennische zu einem wertvollen Biotop. Bei der ersten Begehung im April konnten circa 30 Laichballen vom Grasfrosch sowie Laichschnüre von der Erdkröte gefunden werden. Zahlreiche Jungfrösche im September/ Oktober belegen, dass diese Arten ihre Entwicklung erfolgreich in der Grabennische abschließen konnten, Wie bereits im Vorjahr wurden auch 2001 wieder viele Jungfische in den Flachwasserbereichen festgestellt. Die seltene Helm-Azurjungfer beflog die Vegetationsinseln, ein Reproduktionsnachweis (z.B. Larvenfunde) dieser Libellenart konnte aber bislang noch nicht erbracht werden. Bei Kontrollen mit dem Schöpfsieb konnte eine deutliche Zunahme von Kleinlebewesen (z.B. Bachflohkrebse, Köcher- und Eintagsfliegenlarven, Wasserschnecken u.ä.) vermerkt werden. Durch das verbesserte Nahrungsangebot waren Weißstorch und Graureiher regelmäßige Gäste an der Grabennische. |
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| Die Sielmanns-Natur-Ranger bei der chemischen Wasseranalyse |
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